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Domino

Babyfisch

  • »Domino« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 14. August 2008, 07:13

Altwasser-Aquarium?

Moin :fisch:

Ausgelöst durch den 200-Liter-Becken-Thread hab ich da mal ne Frage:

Wie genau funktioniert das mit Altwasser-Aquarien? Wird dort nie Wasser gewechselt, oder nur einmal im Jahr, oder ...? Wer hat so ein Aquarium bzw. wer hat Erfahrungen damit und mag an dieser Stelle mal darüber berichten? Gibt es Meinungen dazu - "gut" oder "böse"?

Gerade das Thema Wasserwechsel ist ja ein vieldiskutiertes Thema unter Aquarianern und die Meinungen reichen von "muß man täglich zu 80% machen" bis zu "och, einmal im Monat ein Eimerchen reicht". Was meint IHR?

Also, ich freue mich auf Antworten :grins3:
:hehehe: Liebe Grüße von Julia :hihihi:

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2

Donnerstag, 14. August 2008, 08:00

Hallo,

ich bin in die Altwasserecke eher durch Zufall gekommen.
Ich habe "nur" Channas, sieben Arten ittlerweile, und die reagieren manchmal schlecht auf Frischwasser.
Klingt komisch, ist aber so.

Auch habe ich festgestellt, das z.B. bei der Vermehrung mancher Arten der "Schmutzfaktor" eine entscheidende Rolle spielt.
Sprich, das Becken muß lange kalt stehen, und darf schon etwas "gammelig" aussehen (natürlich ohne Nitrit).
Eine nachfolgende Phase mit regelmäßigen (kleineren) warmeren Wasserwechseln löst dann das Brutgeschäft aus.

bei Channas kommt noch die allgemeine Zähigkeit der Tiere hinzu was wiedrige Lebensumstände betrifft. (Stichwort Seifenlaugengachua) Und sie sind akzessorische Luftatmer, die auch in kleinen sumpftümpeln vorkommen (je nach Art).

Bei anderen Arten würde ich so nicht verfahren, undwenn Altwasser bei nichtchannas, dann nur mit häufigem Messen der Wasserwerte.

LG Brucki
C. asiatica C. bleheri C. gachua "Henck" C. gachua/limbata "TH3/02" C. lucia C. orientalis "Kotttawa Forrest A" C. orientalis "Bentota Ganga" C. pulchra C. sp. Assam "lal cheng" C. "sp. glaser-harcourtbutleri" C. stewartii "Aquaglobal" C. stewartii "sp. himalaya" C. stewartii "cf barca"
C. stewartii "sp. ?" Erytrinus sp. Trichopodus pectoralis

3

Donnerstag, 14. August 2008, 08:57

Hallo Julia!

Ich denke da trennt sich die Spreu vom Weizen! Es hängen auch viele Faktoren davon ab, wie oft ein Wasserwechsel
durchgeführt werden sollte. Z.B. Filterart, Durchfluss und Filtervolumen sowie Beckeneinrichtung(schwache starke Bepflanzung,
Sand oder Kies) desweiteren die Qualität des Frischwassers. Die Vertreter der Naturaquarien machen z.B. alle paar Tage einen
Wechsel von bis zu 80%, angeblich weil die Pflanzen besser wachsen. Dann gibt es diverse Altaquarianer die Nie das Wasser wechseln. Ich bin als Piranhahalter auf Wasserwechsel jede Woche von 30-50% angewiesen,
da durch das Füttern von Fisch, Eiweiß ins Becken kommt und somit das Becken stark verschmutzt wird.
Gruß Frank

aqualong

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4

Donnerstag, 14. August 2008, 09:02

Hallo Brucki,

Einige Channa Arten leben doch soviel ich weis in teilweise Sauerstoffarmen Flachwasser Regionen Asiens (teilweise fast ausgetrocknete Pfützen)und bewegen sich u.a. Kilometerweit über Land weg von ausgetrockneten Feuchtbiotopen hin zu anderen Wasserführenden Regionen.

Ich denke das diese Art wie Du schon schreibst ähnlich den "Kampffischen" mit sehr krassen Wasserwerten auskommen muss und daher ein Frischwasser eher nicht unbedingt immer ihrer natürlichen Umgebung entspricht.

Ich lese gerade kurz zu Frank,

...bei der Neueinrichtung eines Beckens rate ich eher von Wasserwechsel ab da das Biotop instabil wird und ein Nichtwasserwechsel den Pflanzenwuchs fördert.Das mit dem starken Stoffwechsel und der damit nötigen Frischwasserzufuhr ist klar...liegt auch am Besatz und an der größe der Fische,Fütterung etc....klar.

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5

Donnerstag, 14. August 2008, 09:33

Hi siggi,

ja so ist es, aber die kilometerweiten Wanderungen will ich mal auf einige Meter bei Nacht und Feuchtigkeit herunterschrauben ;-)

LG Brucki

Mein stewartii hats nur auf sechs Meter gebracht, allerdings war das Parkett halt auch trocken, und die >Sonne brannte heiß durchs fenster.
Stinkender Dörrfisch :-(
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aqualong

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6

Donnerstag, 14. August 2008, 09:43

.... :maulig: ...Aale können das und als ich meinen Ch.marulioides "laufen sehen habe" der läuft so einige Meter... Sumpfzonen...egal Du bist der Gelehrte,ich beuge mich. :dhoch:

7

Donnerstag, 14. August 2008, 13:00

Moin moin Julia!

Auch ich besitze ein Altwasser-Aquarium, dass Du auch schon Dir angeschaut hast.
Dort haben meine Parosphromenus alfredi ihr Zuhause gefunden.In diesem Becken wechsle ich so gut wie nie Wasser.Wenn dann fülle ich verdunstetes Wasser auf, immer destilliertes Wasser verschnitten mit Leitungswasser, aber das hängt mir ihren Bedürfnissen zusammen und ist nicht Bestandteil eines Altwasser-Beckens.
Das Wasser wird aber im Gegenzug zu meinen anderen Becken ständig kontrolliert, da es ein paar Unterschiede zum "herkömmlichen" Becken gibt.
Altwasser bedeutet mal vereinfacht gesagt: minimalster Besatz,bestmöglichste Bepflanzung,hohe Toleranz gegenüber von Mulm und jede Menge Spaß an einem Becken, dass nur hin und wieder gegärtnert werden muss, da sonst die Fische keinen Platz haben.
Die Einlaufphase usw ist genau wie bei einem normalen Becken.
Als geeignete Fische sehe ich zum Beispiel Betta-Arten an ebenso auch manchen einen Killi.Abhängig natürlich auch von ihrem natürlichen Habitatansprüchen.
Und bloss keine Panik schieben,wenn in der Anfangszeit die Wasserwerte hin und her pendeln, die regeln sich von allein auf einem Level ein.

Lieben Gruß
Steffi
Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann hat er sein Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde ...... Zitat von A.Einstein


Fell,Schuppe und Feder

8

Donnerstag, 14. August 2008, 18:18

Hallo zusammen,

dem Bericht von Steffi ist im Grunde nichts mehr hinzuzufügen. Er entspricht in seinen wesentlichen Aussagen den Untersuchungsergebnissen von Dr. G. Kassebeer, dessen aquaristische Kompetenz ja wohl ausser Zweifel stehen dürfte. Seine aus der Praxis gewonnenen Erkenntnisse sind valide, weil sie den gängigen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Lehrmeinungen zur Wasserchemie und Mikrobiologie entsprechen.

Allenfalls wäre noch darauf hinzuweisen, dass menschliche Manipulationen schädlich sind, da sich die Mikrobiologie und die Wasserwerte solcher Becken von alleine einstellen. Solche Becken - ich kenne nur 2 - haben einen ganz eigenen "Zauber", den herkömmliche Aquarien nie erreichen.

Wer sowas langfristig und bewußt fertigbringt, ist freilich schon ein wahrer Könner/in.

Altwasserbecken in dem hier besprochenen Sinne sind etwas ganz anderes als Becken mit "altem Wasser".

9

Freitag, 15. August 2008, 21:23

Hallo Dieter

Zitat

Altwasserbecken in dem hier besprochenen Sinne sind etwas ganz anderes als Becken mit "altem Wasser".
du triffst den Nagel auf den Kopf.